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Atmungstherapie

    Eingeschränkte Atemfunktion erkennen und behandeln

    Bei neurologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen kann eine Einschränkung der Atemfunktion bestehen. Wir sprechen dann von einer Atempumpenschwäche, wenn Muskelschwäche, Vigilanzminderung oder auch Dysphagie mit Aspirationen ein kritisches Ausmaß erreichen. Die entsprechenden Symptome zu erkennen und zu behandeln ist die Aufgabe unserer pädiatrischen Atmungstherapeutin gemeinsam mit dem Ärzteteam.

    Chronische Atempumpenschwäche führt zu ungenügendem Gasaustausch in der Lunge. Diese sogenannte chronische Hypoventilation äußert sich zu Beginn häufig mit schlafbezogenen Atemstörungen, unruhigem Schlaf, Albträumen. Dazu können Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und Gewichtsabnahme kommen. Unbehandelt folgen gehäufte Infekte der Atemwege und zunehmende Anzeichen von Atemnot auch im wachen Zustand.

    Es gibt eine Reihe von Krankheitsbildern, die regelmäßig mit Hypoventilation einhergehen. Hierzu gehören zentrale Atemregulationsstörungen (zum Beispiel Erkrankungen des Hirnstamms), neuromuskulären Erkrankungen (unter anderem SMA, Muskeldystrophie Typ Duchenne, myotone Dystrophie), schwere Skoliosen und obstruktive Schlafapnoe/Hypoventilation.

    Mit unserem therapeutischen interdisziplinären Konzept versuchen wir den Verlauf der Grunderkrankung mit allen möglichen Komplikationen bestmöglich vorherzusehen und unter anderem ein angemessenes Atemwegs- und Sekretmanagement zu erreichen.

    Neben den medizinischen Aspekten ist uns dabei der Erhalt einer bestmöglichen Lebensqualität und sozialen Teilhabe der Betroffenen und ihrer Familien wichtig.

    Für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt kümmert sich die Atmungstherapie in Zusammenarbeit mit dem sozialen und ärztlichen Dienst um das Überleitungs- und Entlassmanagement. Hier kooperieren wir mit ambulanten Pflegediensten und Homecare Versorgungsteams und kümmern uns um Verordnungen von medizinischen Geräten und Materialien. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Atmungstherapie ist die Schulung von Angehörigen und der Pflegekräfte.

    Atmen wieder lernen, verbessern, trainieren

    Unsere atmungstherapeutischen Tätigkeiten schließen neben dem Erkennen auch das Erfassen des Ausmaßes der Atempumpenschwäche und die Einleitung einer angemessenen Therapie mit ein.

    Wichtig ist bei einer Atempumpenschwäche eine regelmäßige Überprüfung der Situation, da sich diese sowohl verschlechtern als auch verbessern kann. Entsprechend können Beatmungspausen oder eine Beatmungsentwöhnung erfolgen. Ist ein Tracheostoma vorhanden, etablieren wir dafür ein entsprechendes Versorgungskonzept. Erscheint ein Verzicht auf die Trachealkanüle möglich, leiten wir die hierfür nötigen Maßnahmen ein und koordinieren diese. Nicht zuletzt kümmern wir uns um die Sekretmobilisation und -reduktion.

    Fachbegriffe einfach erklärt

    Wenn Flüssigkeit, Körpersekret oder Nahrung in die unteren Atemwege, also in die Luftröhre oder tiefer gelangt, besteht eine Aspiration. Meist löst dies einen Hustenreflex aus. Ist dies nicht der Fall, spricht man von „stiller“ Aspiration. Sie kann besonders häufig zu aspirationsbedingten Lungenentzündungen (Aspirationspneumonien) führen.

    Die Atempumpe ermöglicht Ein- und Ausatmung und ist damit Grundlage für den Gasaustausch. Eine Schwäche der Atempumpe kann viele Ursachen haben, beispielsweise Muskelschwäche, Versteifung des Brustkorbes oder Vigilanzminderung (siehe dort). Der Begriff wird häufig zur Abgrenzung von einem Problem beim Gasaustausch, also einem Lungenproblem, eingesetzt.

    Störung des Atemantriebes, z.B. wenn das Atemzentrum von einer Erkrankung (mit-)betroffen ist.

    Bei nicht invasiver Ventilation (NIV) handelt es sich um Beatmungsverfahren, bei denen die Beatmung über die oberen Atemwege (Mund, Nase, Rachen) erfolgt. Sie hat wesentliche Vor- und Nachteile gegenüber invasiver Beatmung.

    Invasive Beatmung hingegen erfolgt, indem ein Beatmungsschlauch Mund, Nase und Rachen überbrückt und in die Luftröhre geschoben wird.  Dies wird bei erhaltenem Bewusstsein in der Regel nicht toleriert. Ein Sonderfall ist die invasive Beatmung über eine Trachealkanüle, die auch von bewusstseinsklaren Menschen toleriert werden kann.

    Hierfür werden ein paar Tropfen Blut benötigt. In diesen können dann unter anderem der Gehalt von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid gemessen werden. Hiermit lässt sich die Atemsituation bzw. die Beatmungssituation besser einschätzen als allein durch die Beobachtung der Atmung und die Überwachung mittels Pulsoxymeter.

    Über eine Maske, die dicht über Mund und Nase angelegt wird (häufig nur nachts), wird in den Atemwegen ein kontinuierlicher positiver Luftdruck erzeugt. Dies führt zur Offenhaltung der Atemwege und dient dazu, Phasen von ungenügender Luftzirkulation in den Atemwegen bzw. Apnoephasen (fehlende Luftzirkulation) zu vermeiden, wie es im Rahmen eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (OSAS) ständig vorkommt.

    Die Atmung dient dem Gasaustausch, also um dem Körper bzw. dem Blutstrom frischen Sauerstoff zuzuführen im Austausch gegen Kohlenstoffdioxid. Der Gasaustausch erfolgt in den Alveolen (Lungenbläschen).

    Kleines, meist mit Akku ausgestattetes und damit unterwegs funktionierendes Beatmungsgerät, mit dem auch außerhalb einer Intensivstation bzw. eines Krankenhauses durch entsprechend geschulte Personen die -dauerhafte oder zeitweilige- Beatmung eines Menschen erfolgen kann.

    Eine Maschine verabreicht zur Atemunterstützung über einen Schlauch eine relativ große Menge Luft (mit oder ohne zusätzlichen Sauerstoff) in den Nasenvorhof des Patienten.

    gemeint ist hier fast immer eine fortschreitende. also sich kontinuierlich verschlechternde Erkrankung von Muskeln und/oder Nerven.

    Durch Verlegung der Atemwege im Schlaf kommt es zu Atemaussetzern (vgl. auch CPAP-Beatmung).

    Maßnahmen, die auf die Verringerung von Verschleimung im Bereich der Atemwege abzielen.

    Verkrümmung und damit verbunden häufig auch verminderte Beweglichkeit der Wirbelsäule, kann auch die Atmung erschweren oder einschränken.

    Der Anatomie eines Tracheostomas, also eines Luftröhrenschnittes, und der Luftröhre angepasste Kanüle („Rohrstück“), meist aus Kunststoff. Sie hält den Luftröhrenschnitt offen und ermöglicht Atmung unter Umgehung der oberen Atemwege. Trachealkanülen sind in vielen verschiedenen Größen mit vielen verschiedenen Zusatzfunktionen, z.B. sogenannte „Sprechkanülen“ erhältlich.

    eine unnatürliche Verminderung der Wachheit und Aufmerksamkeit, also unabhängig von Müdigkeit oder eventuellem Schlaf.

    Kontakt

    Silvia Ferreira
    Atmungstherapeutin

    Telefon: 07084 928 148
    E-Mail: atmungstherapie@kiklisch.de